G8/G9

G8 und G9 sind verschiedene Organisationsformen ein- und desselben, nämlich des gymnasialen Bildungsganges. Die Christian-Wirth-Schule ist ein Gymnasium und hat als solches in der Vergangenheit Erfahrungen sowohl mit G8 als auch mit G9 sammeln können. Aufgrund dieser Erfahrungen wissen wir: Ein gymnasialer Schüler erreicht seine Ziele in beiden Organisationsformen. Unter G8-Bedingungen schaffen nicht weniger Schüler ihr Abitur unter G9-Bedingungen. In vielen Bundesländern wird G8 seit Jahren erfolgreich praktiziert.

 

Dennoch gibt es Gründe, weshalb für die einen die G8-, für die anderen die G9- Organisationsform die richtige ist. Es ist sinnvoll, sich bei der Entscheidung an den relevanten Unterschieden zwischen beiden zu orientieren. So gilt beispielsweise für G8 gegenüber G9:

 

  • höhere Zahl an Wochenstunden (vier pro Schuljahr), in der Folge höherer Zeitbedarf für Schule (auch zu Hause)
  • teilweise schnelleres inhaltliches Fortschreiten im Unterricht und z. T. reduzierte Übungsphasen
  • andere Arbeitsatmosphäre, evtl. mit weniger Ablenkung und stärkerer Fokussierung auf das Lernen/die Inhalte
  • um ein Jahr kürzere Schulzeit
  • Viele Inhalte lernt man jünger.
  • Wechsel von G8 nach G9 ist viel unproblematischer als umgekehrt.

 

Diese Merkmale sind nicht per se von Vor- oder Nachteil. Ob sie einen Vorteil oder einen Nachteil darstellen, ist nicht pauschal, sondern immer nur mit Blick auf das einzelne Kind zu beantworten. Daher müssen folgende Fragestellungen in das Blickfeld gerückt werden:

 

  • Passen diese Merkmale zum Kind (und der Familie)?
  • Wird das Kind unter diesen Bedingungen zurechtkommen?
  • Wird es an einer oder mehreren Stellen von diesen Bedingungen profitieren?
  • Entstehen ihm an einer oder mehreren Stellen Nachteile durch diese Bedingungen?

 

Eine gründliche Beantwortung dieser Fragen bildet das Fundament einer sinnvollen Entscheidung für G8 oder G9.

 

Die Christian-Wirth-Schule bietet die Möglichkeit, diese Entscheidung nicht bereits nach der vierten Klasse, sondern vor dem Hintergrund einer zweijährigen gymnasialen Erfahrung zu treffen: Am Ende der Jahrgangsstufe 6 werden die Schülerinnen und Schüler durch die Klassenkonferenz nach G8/G9 eingeteilt.

 

Diese Einteilung bildet den Abschluss eines Beratungs- und Entscheidungsprozesses, der die Jahrgangsstufe 6 begleitet. In diesem spielen neben der Interessensbekundung der Eltern, welche ein hohes Gewicht hat, die schulischen Leistungen, die persönliche Entwicklung des Kindes und außerschulische Aktivitäten eine Rolle. Für die Jahrgangsstufe 7 werden neue Klassen gebildet, wobei die Kinder nach Möglichkeit in Freundschaftsgruppen zusammenbleiben, die vor den Sommerferien abgefragt werden.

 

Schülerinnen und Schüler, die in die Organi­sationsform G9 eingeteilt werden, verbleiben ein Jahr länger in der gymnasialen Mittelstufe als die G8-Schüler desselben Jahrgangs (Be­such der 10. Klasse). Der Eintritt in die Einführungsphase der Oberstufe erfolgt dann zeitgleich mit den G8-Schülern der nächstfolgenden Jahrgangsstufe.

 

Für alle ab dem Schuljahr 2016/17 in die fünfte Klasse einzuschulenden Jahrgänge gibt es eine wichtige Neuerung gegenüber dem ursprünglichen Konzept: Kommt in einem Jahrgang aufgrund mangelnden Interesses keine G8-Klasse zustande, so werden im jeweiligen Jahrgang ausschließlich G9-Klassen gebildet. 

 

Inwiefern zentrale Unterrichts- und Bildungsangebote der gymnasialen Mittelstufe an der CWS an die unterschiedlichen Organisationsformen angekoppelt sind, verdeutlicht die folgende Übersicht:

 

Angebote

G8

G9

1. Fremdsprache Englisch

ja

ja

1. Fremdsprache Französisch *)

ja

nein

Gesangsklasse

ja

ja

Bilingualer Unterricht *)

ja

ja

Wahlunterricht

ja

ja

Klassenfahrt

ja

ja

Berufspraktikum

ja

ja

*) Die Kombinationsmöglichkeit von 1. Fremdsprache Französisch und bilingualem
Unterricht kann nicht garantiert werden.

Wie die Tabelle zeigt, sind an der CWS mit Ausnahme der ersten Fremdsprache Französisch (nur in G8 wählbar) alle der oben aufgeführten Angebote in beiden Organisationsformen möglich.